Wie redest du eigentlich mit dir selbst?
- Hardy Kistner

- vor 2 Tagen
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„Das war wieder typisch.“
„Warum kriegst du das nicht hin?“
„Andere schaffen das doch auch.“
Wenn jemand jeden Tag so mit uns sprechen würde, würden wir wahrscheinlich irgendwann Abstand von dieser Person nehmen.
Wir würden uns klein fühlen. Erschöpft. Nicht gut genug.
Und trotzdem gibt es jemanden, der oft genau so mit uns spricht:
Wir selbst.
Viele Menschen führen einen inneren Dialog, den sie bei keinem anderen Menschen akzeptieren würden.Hart. Ungeduldig. Abwertend.
Und das Gefährliche daran ist:
Meistens merken wir es nicht einmal.
Wir haben gelernt, dass Härte motiviert.
Dass Selbstkritik notwendig ist.
Dass wir uns nur genug antreiben müssen, um besser zu werden.
Aber in Wahrheit passiert häufig das Gegenteil.
Wer ständig gegen sich selbst arbeitet, verliert irgendwann Energie.Vertrauen.Leichtigkeit.
Und oft auch die Freude an dem, was er eigentlich liebt.
Denn niemand wächst dauerhaft in einem Klima aus innerem Druck und Selbstverurteilung.
Dabei vergessen wir etwas Entscheidendes:
Wir verbringen unser ganzes Leben mit einem Menschen.
Mit uns selbst.
Und genau deshalb ist es so wichtig, wie wir mit uns sprechen.
Vielleicht musst du nicht perfekter werden.
Vielleicht musst du lernen, freundlicher mit dir zu sein.
Großzügiger, wenn etwas nicht klappt.
Geduldiger, wenn du Fehler machst.
Verständnisvoller, während du noch lernst.
Das bedeutet nicht, dass du keine Ziele mehr haben sollst.Natürlich darfst du wachsen.
Natürlich darfst du mehr vom Leben wollen.
Aber du musst dich dafür nicht jeden Tag innerlich fertig machen.
Die Stimme in deinem Kopf begleitet dich jeden einzelnen Tag deines Lebens.
Vielleicht sollte sie anfangen, mehr wie ein Zuhause zu klingen —und weniger wie ein Gegner.
Denn die Person, mit der du dein ganzes Leben verbringst, hat etwas Besseres verdient.
Vor allem von dir selbst.



